Heilmittel oder Aphrodisiakum?

10. Januar 2011, 16:17 Uhr

Seitdem die Europäer begannen, Schokolade für sich zu entdecken, führte man Diskussionen darüber, ob das süße Gold gesundheitsfördernd oder schädlich für Körper und Geist einzustufen sei. Während einige Gelehrte argumentierten, Schokolade führe zu innerlichen Unruhe und Hyperaktivität, meinten Andere, sie wäre stimmungshebend für phlegmatische Menschen und eine besonders empfehlenswerte Stärkung für Alte, Gebrechliche und Kranke.
Ein Großteil der Debatten in früheren Jahrhunderten drehte sich um die Frage, ob Schokolade die von der Kirche verpönte „Fleischeslust“ unnötig fördere und sie als Aphrodisiakum einzustufen wäre. In Zürich verbot man 1772 sogar für eine Weile den Schokoladenkonsum als „für tugendhafte Menschen unpassend“, nachdem sie zunächst bei verschiedenen Festen der Zürcher Zünfte heimlich konsumiert wurde.

Schon immer gab es Versuche, der Schokolade als Liebesspeise oder Aphrodisiaka märchenhafte Kräfte anzudichten. Der Begriff Aphrodisiakum wurde vom Namen der griechischen Liebesgöttin Aphrodite und dem ihr gewidmeten Fest Aphrodisia abgeleitet und bezeichnet ein Mittel zur Belebung oder Steigerung der Libido. Aphrodisiaka werden schon seit Menschengedenken benutzt. Schokolade ist – ohne Zweifel ;) – eines der verführerischsten Lebensmittel: Sie ist süß, zerschmilzt zart auf der Zunge und hinterlässt einen angenehmen Geschmack.

Tatsächlich enthält Kakao mit Koffein und Theobromin auch stimulierende Substanzen. Die ebenfalls im Kakao in Spuren enthaltenen Verbindungen von Serotonin und Phenylethylamin sind als köpereigene Hormone für das Glücksempfinden mitverantwortlich und gelten als stimmungsaufhellend. Wissenschaftlich jedoch ist die Wirkung dieser Stoffe in Nahrungsmitteln nicht bewiesen und zudem sind sie in Schokolade in so geringen Mengen enthalten, dass kein realer Effekt auf das Nervensystem vorliegt. Allerdings steht wohl unstreitig fest, dass das Naschen von Schokolade kleine Glücksgefühle auslösen kann und zudem beginnt Verführung bekanntermaßen im Kopf. Der Genuss von sinnlichen Speisen kann also durchaus zum Gelingen eines Rendezvous beitragen. Und Schokolade als romantisches Geschenk war schon immer beliebt, also: Schenkt Eurer Liebsten oder Eurem Schatz doch zum nächsten Anlass eine ganz individuelle Tafel!

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